Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Ingold, Julia: "Christophorus ist kein Superheld mehr. Brechung historischer und gegenwärtiger Darstellung des Heroischen in Markus Färbers Comic Reprobus." In: helden. heroes. héros. 2 (2014), S. 29–40, <http://www.helden-heroe ... eros._heft_2_ingold.pdf> (Zugriff: 18. Nov. 2014) 
Added by: joachim (18 Nov 2014 16:45:09 UTC)   Last edited by: joachim (21 Nov 2014 10:48:05 UTC)
Resource type: Web Article
Languages: deutsch
Peer reviewed
DOI: 10.6094/helden.heroes.heros./2014/01/04
BibTeX citation key: Ingold2014
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Categories: General
Keywords: "Reprobus", Alternative Comics, Deutschland, Färber. Markus, Populärkultur, Religion, Superheld
Creators: Ingold
Collection: helden. heroes. héros.
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Attachments   URLs   http://www.helden- ... _heft_2_ingold.pdf
Abstract
Markus Färbers Comic ist eine Variation der Legende vom Heiligen Christophorus. Er ist bei einem kleinen Verlag erschienen, auf hochwertigem Papier gedruckt und mit einer signierten Graphik geliefert worden. Insofern gibt er sich gerade nicht als ›populärkulturell‹, sondern als ›Fine Art‹. Reprobus steht in einem Spannungsfeld zwischen Anspruch und Trivialität. Vor zwei Folien ist das Werk zu lesen:
Zum einen war der ›Held‹ der Geschichte jahrhundertelang einer der populärsten Heiligen, einer der 14 Nothelfer, Märtyrer vom unzerstörbaren Leben, der nur durch Köpfen getötet werden konnte. Heute jedoch gehört der Stoff nur noch zum Allgemeinwissen katholischer Gläubigen, die sich für Heiligenverehrung interessieren, und akademisch Gebildeter, die sich mit mittelalterlicher Kultur beschäftigen. Zum anderen greift der Comic Helden- und Großstadtikonographie auf, die aus heute breit rezipierten Superheldencomics und -verfilmungen stammt.
So wird die ehemals populäre Figur in einem künstlerisch ambitionierten ›Autorencomic‹ im Kontrast zu heute geläufigen Konzepten des Heroischen als gebrochener und identitätsloser Riese neu inszeniert. Beigegeben ist dem Comic als integraler Bestandteil ein Nachwort der Kunstwissenschaftlerin und Italianistin Cordula Patzig, in dem sie kurz die ursprüngliche Legende skizziert und erste Interpretationsansätze liefert. Eindeutig zeigt sich damit der Versuch, die aus dem Allgemeinwissen schwindende Figur in einem Spiel mit vertrauten und vergessenen narrativen und visuellen Motiven wieder aufleben zu lassen. Es entsteht ein Dialog zwischen mittelalterlicher und zeitgenössischer Kultur. Diese Art der Intertextualiät oder Intermedialität legt nahe, dass gerade die Abweichungen interpretationswürdige Elemente bilden. All dies würde ich in meinem Aufsatz gerne genau darlegen. Am Ende sollte sich die Frage geklärt haben, wie sich die Brechung des einstmals strahlenden Glaubenshelden Christophorus vollzieht und was sie zu bedeuten hat.
  
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