Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Blank, Juliane: Literaturadaptionen im Comic. Ein modulares Analysemodell. (Bildnarrative, 1.) Bochum: Ch.A. Bachmann, 2015. (404 S.) 
Added by: joachim (01 Feb 2016 17:23:54 UTC)   
Resource type: Book
Languages: deutsch
ID no. (ISBN etc.): 978-3-941030-60-1
BibTeX citation key: Blank2015
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Categories: General
Keywords: "Das Fräulein von Scuderi", "Der Process", "Die Entdeckung der Currywurst", "Faust", "Fräulein Else", Adaption, Analyse, Deutschland, Fior. Manuele, Flix, Frankreich, Goethe. Johann Wolfgang von, Görmann. Felix, Hoffmann. E.T.A., Italien, Kafka. Franz, Kardinar. Alexandra, Kreitz. Isabel, Literatur, Mairowitz. David Zane, Montellier. Chantal, Schlecht. Volker, Schnitzler. Arthur, Timm. Uwe, USA
Creators: Blank
Publisher: Ch.A. Bachmann (Bochum)
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Abstract
»Adaptation has run amok«, schreibt Linda Hutcheon 2006 in ihrer Theory of Adaptation. Es scheint kaum noch literarische Texte zu geben, die nicht in ein anderes Medium adaptiert werden. Seit einigen Jahren kann man auch eine wahre Welle von Literaturadaptionen im Comic beobachten. Die Literaturwissenschaft berücksichtigt das »Nachleben« literarischer Texte in verschiedenen Medien zunehmend als Phänomen der Rezeptionsgeschichte und hat für die Untersuchung von Literaturverfilmungen bereits wissenschaftliche Instrumente gebildet. Im vorliegenden Band wird erstmals auch ein systematisches, anschlussfähiges Analysemodell für Literaturadaptionen im Comic entwickelt, das gleichermaßen den literarischen Prätext sowie das Ergebnis der Adaption und seine medialen Besonderheiten berücksichtigt. Es greift nicht nur auf Ansätze der Literaturwissenschaft, sondern auch auf Erkenntnisse der Filmanalyse sowie der Kunstgeschichte und der Bildwissenschaften zurück. Mit Hilfe dieses modularen Analysemodells können konkrete Techniken und Strategien der Literaturadaption im Comic an ausgewählten Beispielen theoretisch fundiert beschrieben und kontextualisiert werden. So wird das Phänomen Literaturadaption im Comic analytisch für die Literaturwissenschaft erschlossen.
Mit Beispielanalysen zu Isabel Kreitz: Die Entdeckung der Currywurst (1996), Chantal Montellier/David Z. Mairowitz: The Trial (2008), Manuele Fior: Mademoiselle Else (2009), Flix: Faust (20109/10) und Alexandra Kardinar/Volker Schlecht: Das Fräulein von Scuderi (2011).

Inhaltsverzeichnis

Einleitung (11)

I. Theorie und Modell (19)
1. Ein- und Abgrenzungen des Gegenstandes Literaturadaption im Comic (20)
1.1. Was sind Comics? (20)
1.2. Was sind Adaptionen? (24)
1.3. Was sind Literaturadaptionen im Comic? (30)
2. Visualisierungen literarischer Texte: Literaturadaptionen im Comic, Illustrationen und Literaturverfilmungen (35)
2.1. Kurze Geschichte der Literaturadaption im Comic (36)
2.2. Literaturadaptionen im Comic vs. illustrierte Texte (43)
2.3. Literaturadaptionen im Comic und Literaturverfilmungen als Symptome eines Visualisierungstrends (46)
2.4. Zum didaktischen Einsatz von Visualisierungen literarischer Texte (50)
3. Literaturadaptionen im Comic in intermedialer Perspektive (53)
3.1. Literaturadaption im Comic als intermediales Produkt (54)
3.2. Ein Medienbegriff für die intermediale Perspektive (56)
3.3. Rückgriff vs.Transformation: Intermediale Perspektiven auf Literaturadaptionen im Comic (57)
4. Theorie(n) des Comics: Die Entwicklung der Forschung (59)
4.1. Probleme der Comicforschung (60)
4.2. Die frühe Forschung: Kampf der Pädagogen gegen »Schmutz und Schund« (62)
4.3. ›Strukturalistische‹ Neuorientierung und Anschluss an wissenschaftliche Disziplinen (64)
4.4. Emanzipation der Comicforschung (67)
4.5. Forschung zu Literaturadaptionen im Comic (71)
4.6. Desiderat einer systematischen Grundlagenarbeit: Analyseinstrumentarium für Literaturadaptionen im Comic (78)
5. Ein Analysemodell für Literaturadaptionen im Comic (81)
5.1. Systematische Prämissen (82)
5.2. Analysekategorie 1: Prätext (84)
5.2.1. Kanonizität (84)
5.2.2. Gattungsspezifika des Prätextes (85)
5.2.3. Sprachgrenze (86)
5.3. Analysekategorie 2: Oberfläche des Comics (86)
5.3.1. Technik (86)
5.3.2. Panelrahmung (88)
5.3.3. ›Comic-Haftigkeit‹ bzw. realistischere vs. cartoonistischere Ästhetik (88)
5.3.4. Leitmotive (91)
5.3.5. Sprachgestalt (91)
5.3.6. Intra- und intermediale Bezüge auf der Oberfläche des Comics (92)
5.4. Analysekategorie 3: Handlung (94)
5.4.1. Kürzung und Komprimierung (94)
5.4.2. Ergänzungen (96)
5.4.3. Handlungszeit des Comics (96)
5.4.4. Gliederung (97)
5.5. Analysekategorie 4: Figurendarstellung (100)
5.5.1. Anlehnung an bestimmte Typen oder konkrete Personen (101)
5.5.2. Mimik und Gestik (102)
5.5.3. Figurenspezifische formale Details (103)
5.5.4. Figurenspezifische Sprache (105)
5.6. Analysekategorie 5: Szenerie (105)
5.6.1. Raumdarstellung im Allgemeinen (106)
5.6.2. Entwerfen von konkreten Räumen oder Landschaften (108)
5.6.3. Innenräume und ihre Ausstattung (108)
5.7. Analysekategorie 6: Perspektivierung (109)
5.7.1. Einstellungsgrößen (109)
5.7.2. Blickwinkel (110)
5.7.3. Fokalisierung (111)
5.7.4. Verteilung des Textmaterials 114
5.8. Analysekategorie 7: Paratext 116
5.8.1. Nennung von Prätext-Autorinnen, Adaptierenden, Titel und Gattungsangaben (117)
5.8.2. Widmungen und Danksagungen (119)
5.8.3. Vor- und Nachworte (119)
5.8.4. Andersartige Zusatztexte (121)
5.9. Analysekategorie 8: Kontext (123)
5.9.1. Verlag (123)
5.9.2. Ausgangspunkt der Adaption (124)
5.9.3. Adaptierende (125)
5.9.5. Zielgruppe (126)
5.10. Ausblick in Richtung einer Auswertung der Analyse (127)

II. Analyse (129)
1. Eine Hamburger Geschichte der ›Stunde Null‹. Isabel Kreitz’ Die Entdeckung der Currywurst (1996) nach Uwe Timms gleichnamiger Novelle (1993) (134)
1.1. Prätext: Bestseller – Novellenstruktur: Rahmen-und Binnenhandlung (135)
1.2. Oberfläche des Comics: Detaillierte Zeichnung – Erzeugen von Atmosphäre – regional und historisch spezifische Sprache (136)
1.3. Handlung: Kürzung fürs Albumformat – Ausblenden von ›heiklen‹ Themen – Ergänzung eines ›Epilogs‹ – Bedeutung der historischen Handlungszeit – regelmäßiges Layout (138)
1.4. Figuren: Vereinfachung – subtile Mimik – Hamburgischer Dialekt (143)
1.5. Szenerie: Authentische Darstellung des zerstörten Hamburg – Lena Brückers Wohnung als Gefängnis und als gutbürgerliches Refugium – überdeutliche Historisierung (146)
1.6. Perspektivierung: Filmische Techniken – Vereinfachung der Redesituation – Ausblenden von ›Innensichten‹ (150)
1.7. Paratext: Der Prätext als ›Roman‹ – Neuauflage – Dokumentation zur historischen Situation (153)
1.8. Kontext: Adaption vor dem Graphic-Novel-Hype – Adaption als ›Zutat‹ – persönliches Interesse als Ausgangspunkt (154)
1.9. Fazit (157)
2. Postmoderner Anspielungsreigen. Chantal Montelliers und David Z. Mairowitz’ Franz Kafka’s The Trial. A Graphic Novel (2008) nach Franz Kafkas Roman Der Process (1914/15) (157)
2.1. Prätext: Romanfragment mit Rahmen – Lesarten – personales Erzählverfahren (160)
2.2. Oberfläche des Comics: Montage – Zerfall – hybride Ästhetik – memento mori-Symbolik – Bezüge zu vorhergehenden Adaptionen – Artemisia – Shoah-Anspielungen (163)
2.3. Handlung: vage historische Welt – Begradigung – Ergänzung von Details – sexuelle Vereindeutigung – asymmetrische Gliederung – Layout-Zitat (176)
2.4. Figuren: Identifikation des Protagonisten mit dem Prätext – Autor – Anlehnung an Figurenentwürfe in Orson Welles’ Verfilmung – starre Mimik – stilisierte Gestik (181)
2.5. Szenerie: Anlehnung an Orson Welles’ Raumentwürfe – flächige Raumgestaltung – Lokalisierung in Prag (186)
2.6. Perspektivierung: Beschränkung der Perspektive – Darstellung von subjektivem Erleben – Umwandlung von erlebter Rede in Gedankenrede (190)
2.7. Paratext: ›A Graphic Novel‹ – Thematisierung von Kafka-Lesarten – Biografie (194)
2.8. Kontext: Adaptionsverlag – Kafka-Expertise – exklusive Übersetzung – Chantal Montellier als politisch orientierte Zeichnerin (195)
2.9. Fazit (196)
3. Blick durch die Augen des Fin de siècle. Manuele Fiors Mademoiselle Else (2009) nach Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else (1924) (197)
3.1. Prätext: Wiener Moderne – Monolognovelle – pyramidaler Aufbau (199)
3.2. Oberfläche: Farbdramaturgie – Bezüge zur bildenden Kunst der Jahrhundertwende – organische Panels – Leitmotiv des Todes – Einfluss der Neuübersetzung auf die allgemeine Sprachgestalt (202)
3.3. Handlung: Komprimierung des Personals – Freistellen von ›Bildspuren‹ – Konkretisierungen – symmetrische Struktur – Szenenwechsel – Erzählrhythmus – ›rhetorisches‹ Layout (208)
3.4. Figuren: Else als femme fatale – Mimik und Gestik als Ausdruck von Unausgesprochenem – Ausblendung der jüdischen Herkunft Elses (215)
3.5. Szenerie: Semantisierte Räume – Sehnsuchtsräume – Ergänzung: Musikzimmer als Bühnenraum (218)
3.6. Perspektivierung: Externalisierung – einzelne point of view-Panels – Gedankenrede – Traumzustände (222)
3.7. Paratext: Die Adaption als ›Erzählung‹ – Fiors Entschuldigung an Schnitzler (226)
3.8. Kontext: Fiors Verehrung für Schnitzler – Adaptionserfahrung – Adaption im romanischen Sprachraum (227)
3.9. Fazit (229)
4. Parodistische Übersetzung in die Gegenwart. Flix’ Faust. Der Tragödie erster Teil (2010) nach Johann Wolfgang von Goethes gleichnamigem Drama (1808) (230)
4.1. Prätext: ›Klassiker‹-Status – Faust-Stoff als ›Mythos‹ – Tragödie – Stilebenen (231)
4.2. Oberfläche des Comics: Darstellungskonventionen des Funny Strips – moderne Alltagssprache – Rekontextualisierung von Goethe-Zitaten – Anspielungen auf die Unterhaltungskultur (233)
4.3. Handlung: Modernisierung – Konzentration auf einen Handlungskern – ironische Brechung von Szenen – Ergänzung eines Nebenhandlungsstrangs – Umstrukturierung in sieben Kapitel (240)
4.4. Figuren: Flix-Figuren – cartoonistisch überspitzte Mimik und Gestik – Mephistos ›Verkäufersprache‹ – radikale Umdeutung und Rekontextualisierung (246)
4.5. Szenerie: Konkretisierung des Schauplatzes – Erfindung von Räumen: der Himmel als Großraumbüro – ›invariante Raumdarstellung‹ (250)
4.6. Perspektivierung: Standardisierte Einstellungsgrößen – filmische Darstellung aktionsreicher Szenen – Außensicht: Distanz zum Geschehen (253)
4.7. Paratext: Nicht-Nennung des Prätext-Autors – feuilletonistisches Vorwort – visueller Paratext: Anspielung auf Reclam-Hefte (255)
4.8. Kontext: Etablierter Comic-Verlag – Faust als zweiter Versuch — Klassikeradaptionen als Zeitungsstrip – ironisches Spiel mit der Kenntnis des Prätextes (256)
4.9. Fazit (259)
5. Die Adaption als Collage und der Witz des Kontrastes. Alexandra Kardinars und Volker Schlechts Das Fräulein von Scuderi (2011) nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann (1819) (260)
5.1. Prätext: Serapions-Brüder – Schulkanon – verschachtelte Erzählsituation – Kriminal- und Künstlererzählung (261)
5.2. Oberfläche: Knallige Farbigkeit – Flachfigurenanimation – Collage — Leitmotiv des Herzens – Populärkulturelle Anspielungen – Anachronismen – sprachliche ›Ausrutscher‹ und französisches Kolorit (266)
5.3. Handlung: Erhalten der Komplexität des Prätextes – Historische Verlebendigung durch Kommentare – Dominanz des Tableaus in der Haupthandlung (277)
5.4. Figuren: Historische Porträts – ›Besetzung‹ der Figuren mit Schauspielerinnen – Automaten- bzw. Puppenmotiv (282)
5.5. Szenerie: Flachheit – inkompatible Perspektiven – authentische Kulisse – Versailles – historische und anachronistische Einrichtungsgegenstände (285)
5.6. Perspektivierung: Eingeschränkte Ansichten – ›Archivbilder‹ – Erhaltung von Erzählerrede (288)
5.7. Paratext: Integration des Prätextes – ›nouvellieren‹ und ›illuminieren‹ – Nachwort: Legitimation der Adaptionstechniken (292)
5.8. Kontext: Buchkünstlerischer Verlag – Auftragswerk – ›Illustratoren‹ – Literaturadaption als künstlerisch anspruchsvolles Nischenprodukt (294)
5.9. Fazit (296)

III. Synthese (301)
1. Von der Analyse zur Klassifikation (302)
1.1. Desiderat eines angemessenen Ordnungssystems (302)
1.2. Ordnungsvorschläge zu Literaturadaptionen im Film (304)
1.3. Adaptionstechniken im Comic (308)
1.4. Adaptionsstrategien (nicht nur) im Comic (312)
2. Häufige Strategien in Literaturadaptionen im Comic (314)
2.1. Straffung und Begradigung (316)
2.2. Vereinfachung und Bereinigung (318)
2.3. Intensivierung und Vereindeutigung (321)
2.4. Strukturelle Aneignung (324)
2.5. Historisierung und Modernisierung (328)
2.6. Erzeugen von Empathie (332)
2.7. Komisierung (337)
2.8. Erweiterung des Bezugshorizontes (344)
2.9. Erhalten bzw. Erzeugen von Komplexität (348)
2.10. Dekonstruktion von ästhetischer Illusion (351)
3. Adaptionsstrategien als Bausteine einer offenen Klassifikation (357)
3.1. Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Strategien und Häufigkeit ihrer Anwendung (358)
3.2. Adaptionsstrategien als Module von Adaptionen und ihrer Klassifikation (363)
3.3. Anwendbarkeit und Anschlussfähigkeit einer offenen Klassifikation (367)

Fazit (369)

Anhang (379)
Übersicht über das Analysemodell für Literaturadaptionen im Comic (379)
Literatur (383)
Abbildungsverzeichnis (402)


Added by: joachim  Last edited by: joachim
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