Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Sistig, Joachim: "Die Jugendpresse in Frankreich während der »Occupation«. Inszenierung stereotyper Identitätsmuster zwischen Mainstream und Autonomie." In: Frank Leinen und Guido Rings (Hrsg.): Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst. München: Meidenbauer, 2007, S. 61–84. 
Added by: joachim (20 Jul 2009 01:28:56 UTC)   Last edited by: joachim (12 Nov 2009 15:48:33 UTC)
Resource type: Book Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Sistig2007a
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Categories: General
Keywords: Frankreich, Identität, Kinder- und Jugendcomics, Stereotypen
Creators: Leinen, Rings, Sistig
Publisher: Meidenbauer (München)
Collection: Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst
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Abstract
In den verschiedenen Äußerungsformen der massenkulturellen Medien reflektieren sich ideale Wunschformeln, reine Helden und kollektive Psychosen unter der Oberfläche des populären Diskurses. Gattungstypisch fehlen dem Comic zwischen dem absolut Bösen und dem absolut Guten zunächst die Zwischentöne der gebrochenen Charaktere. Die Popularität des Massenmediums basiert auf der Trennschärfe der moralischen Positionen, die dem Leser ein simples Identifikationsmodell antragen und ohne »dialektischen« Zweifel das unhinterfragbar Gute – an der Seite des solidarisierten Lesers – am Ende (meist) zum Sieg führen.
Aus der Zeit der politischen Instrumentalisierung des Comics während des 2. Weltkrieges stammt die vielfach verbreitete Kategorisierung des Comics als Teil des systemkonformen literarischen Subfeldes. Comics sind das Sprachrohr des Mainstreams, tragen aber zum Teil auch zu dessen Entwicklung bei und können dabei einen eigenen autonomen Standpunkt gegenüber dem herrschenden Diskurs entwickeln. Tatsächlich finden sich aber besonders unter den frankophonen Bandes Dessinées und in den illustrés zahlreiche Beispiele für dissidierende ästhetische und ideologische Ansätze, gerade auch aus der Zeit der deutschen Besatzung nach 1940.
Die deutsch-französischen Beziehungen sind von einer gegenseitigen Wahrnehmung in Stereotyp-Mustern zwischen den Aggregatzuständen Krieg (der deutsche Landser) und Frieden (der melomane, romantische deutsche Dichter) geprägt. Aus französischer Perspektive besitzt das Deutschlandbild vielfach eine klar definierte Funktion im Rahmen der eigenen Nationalmythologie. Der »Deutsche« ist auch nach dem Krieg ein Standard-Motiv im Repertoire französischer und belgischer BD-Autoren geblieben. In vielen bekannten Serien widmet sich ihm mindestens eine Episode (Astérix, Spirou, Tintin, Yoko Tsuno, Blueberry, Michel Vaillant, La patrouille des Castors etc.).
Added by: joachim  
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