Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Rings, Guido: "Gebrochene Romantik. Töpffers »Les amours de M. Vieux-Bois« als Karikatur zeitgenössischer Tendenzen." In: Frank Leinen und Guido Rings (Hrsg.): Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst. München: Meidenbauer, 2007, S. 207–228. 
Added by: joachim (20 Jul 2009 01:28:56 UTC)   Last edited by: joachim (12 Nov 2009 16:04:31 UTC)
Resource type: Book Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Rings2007a
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Categories: General
Keywords: "Les amours de M. Vieux-Bois", Frankreich, Frühformen des Comics, Literatur, Schweiz, Töpffer. Rodolphe
Creators: Leinen, Rings
Publisher: Meidenbauer (München)
Collection: Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst
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Abstract
Die akademische Debatte um den Wert der Bilderromane des Schweizer Autors Rodolphe Töpffer kulminierte unlängst noch einmal im Kontext zweier Jubiläumsfeiern, als 1996 im französischen Angoulême mit Bezug auf das Todesjahr des Schweizer Autors 150 Jahre und in New York unter Verweis auf Richard Fenton Outcaults The Yellow Kid 100 Jahre Comicgeschichte gefeiert wurden. »Töpfferiens« und »Centenaristes« lieferten sich hier ausführliche Wortgefechte, die nichts an ihrer Aktualität verloren haben. Mittlerweile hat Töpffer auch seinen Weg in viele Literaturgeschichten gefunden (vgl. Francillon 1997, Junod 1993, Kindler 1988), aber es mangelt an neueren rezeptions- und produktionsästhetischen sowie historisch-soziologischen Arbeiten, die den Bilderroman als literarischen Zerrspiegel soziokultureller Tendenzen erarbeiten könnten (Wegbereiter bleibt Kunzle 1990).
Unser Beitrag analysiert die Verzerrungen romantischer Affektmodellierungen in Töpffers erstem Bilderroman, Les amours de M. Vieux-Boix, und versucht damit, etwas zur Füllung der literarästhetischen Forschungslücke beizutragen. Es geht also im Wesentlichen um die Frage: Mit welchen romantischen Leitmotiven bricht der Autor, mit welchen Mitteln, und warum?
Dabei sind folgende Arbeitsthesen formulierbar:
1. Für Rodolphe Töpffers Werk ist eine Parodisierung klassischer und romantischer Affektmodellierung charakteristisch. Von daher kann er also kaum als »classique attardé« bezeichnet werden; vielmehr scheint es sich um einen pragmatisch-realistischen Künstler zu handeln, der im Genf der 1830er Jahre eine verbreitete »révolte contre le goût dominant« und »la contestation des frontières des genres« mitmacht (Bridel 1997: 74).
2. Töpffers Vieux-Bois bricht insbesondere mit den Vorstellungen einer idealisierten höfisch-ritterlichen Liebeskonzeption, mit dem tradierten Konzept von Melancholie und Dolorismus als Freiraum des Genies und mit einem romantischen Verständnis, in dem Natur als Ort zur Entwicklung menschlicher Tiefendimension betrachtet wird. Das Recht zur Schwärmerei wird dem Protagonisten aber durchaus gewährt, denn seine Geschichtserfahrung ist alles andere als human.
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