Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Sharkey, Rodney: "From Hell or Hollywood, or Ripper In Pieces. How Hollywood Slashed the Script." In: Reconstruction 2.2 (2002)<http://reconstruction.e ... ues/022/revFromHell.htm> (Zugriff: 31. Juli 2009) 
Added by: joachim (20 Jul 2009 01:33:37 UTC)   Last edited by: joachim (09 Feb 2010 10:45:13 UTC)
Resource type: Web Article
Languages: englisch
Peer reviewed
BibTeX citation key: Sharkey2002a
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Categories: General
Keywords: "From Hell", Adaption, Comic-Verfilmung, Großbritannien, Kriminalcomics, Moore. Alan
Creators: Sharkey
Collection: Reconstruction
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Abstract
Der Aufsatz befasst sich mit den Unterschieden zwischen dem originalen Werk From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell und der filmischen Adaption des Stoffes in der gleichnamigen Produktion der Brüder Hughes.
Sharkey vergleicht in seinem Text die Graphic Novel mit ihrem Pendant aus Hollywood, zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Seine Betrachtung ist dabei deutlich kritisch geprägt, und er prangert an vielen Stellen die Anpassung des Stoffes an die Maßstäbe der Filmindustrie und ihrer konventionellen Vermarktung an.
Zu Beginn gibt er einen kurzen Überblick des Filmes und seiner visuellen Gestalt, bevor er auf die eigentlichen Leitmotive und ihre Darstellung in Comic und Verfilmung eingeht, wie zum Beispiel die häufige Verwendung des Konterfeis von Königin Viktoria, die der Film aus der Graphic Novel übernommen hat, so wie auch den Mord des letzten Opfers Marie Kelly, der durch seine Brutalität, aber besonders durch die wissenschaftlich faszinierte Betrachtungsweise ihrer Verstümmelung hervorsticht.
Im Blick auf das Gesamtwerk ist Sharkey allerdings der Meinung, dass Hayes und Yglesias, die für die Adaption des Werkes verantwortlich waren, zu viele wichtige Elemente der Vorlage zu Gunsten einer einfacheren Verständlichkeit des späteren Films weggelassen haben. Dabei handelt es sich nicht um kleine inhaltliche Korrekturen, sondern sie betreffen an vielen Stellen den gesamten Kontext und verändern die eigentliche Aussage des Werkes. Besonders bei der Hauptperson William Gull wurden in der Verfilmung einige entscheidende Änderungen vorgenommen. So fällt das Motiv, dass Gull die Morde als seine göttliche Berufung ansieht und ihnen damit einen mythischen Ritualcharakter verleiht, weg und wird ersetzt durch das Motiv der Rache als Ursache der Morde. Auch offenbart Moore seinen Mörder schon zu Beginn seines Werkes, wohin gegen im Film erst am Ende die Gewissheit besteht, dass Gull der Mörder von Whitechapel ist. Auch der Intellekt Gulls wird im Film verschoben. In der Hollywoodproduktion ist Intelligenz und Kultur ein Zeichen für gute Charaktereigenschaften, wobei Moore diese Eigenschaften klar seinem Mörder zuschreibt.
Sharkey kritisiert, dass im Film kein Wert auf den mythischen Grundgedanken des Werkes von Moore gelegt wurde, so auch im Fall des Elefantenmenschen John Merrick, der bei Moore Sinnbild für Gulls Hang zum Metaphysischen ist. Im Film hingegen ist er nur ein Beweis dafür, dass der Filmcharakter Abberline Visionen hat. Sharkey fasst auch das vierte Kapitel zusammen, in dem Moore die Besonderheiten der Londoner Architektur und ihren Bezug zu alten okkulten Traditionen beschreibt, was im Film nicht übernommen wurde. Ebenso hat man zur Vereinfachung des Verständnisses im Film auf die ›Zeitreisen‹ des Protagonisten verzichtet.
Sharkeys Fazit ist, dass der Film auf zu viele wichtige Bestandteile des Originals verzichtet, die dessen Erfolg und Moores Stellung als einem der wichtigsten Vertreter seines Faches ausmachen. Seiner Meinung nach sollte man den Comic lesen, um den eigentlichen Sinn der Geschichte, so wie Moore sie entworfen hat, erfassen zu können.
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