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Dath, Dietmar: "Chris Claremonts »Uncanny X-Men« und die Semiologie des »erwachsenen« Superheldenteams. Outcasts als Publikumslieblinge." In: Comics Anno 3 (1995), S. 27–35. 
Resource type: Journal Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Dath1995
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Categories: General
Keywords: "X-Men", Claremont. Chris, Semiotik, Superheld, USA
Creators: Dath
Collection: Comics Anno
Abstract
Der Aufsatz behandelt mit den Uncanny X-Men eine Comic-Reihe, die von Chris Claremont 1976 übernommen wurde und von den Giant X-Men wieder in die ursprüngliche Serialität der Classic X-Men (beginnend ab Heft #94) zurückgeführt wurde.
Zur Erläuterung des Handlungskontinuums der Uncanny X-Men wendet er Harlan Ellisons »Auteur«-Theorie an, die zur Erforschung populärkultureller Erzeugnisse das Prinzip des Zeichensetzers anwendet, von dem aus man als nicht-autonomer Künstler (sogenannter »als-ob«-Künstler) auf sein Publikum schließen kann.
Im Falle von Claremont und seiner jahrelangen Arbeit an den Uncanny X-Men muss das Prinzip des nicht-autonomen Künstlers, der weder Rechte an den Superheldenfiguren besitzt, noch eigenständig über Fortlauf und Entwicklung des Universums entscheiden kann, relativiert werden. In den 16 Jahren, in denen Claremont an der Serie arbeitet, schafft und überwacht er gleichzeitig Handlungsbögen, Dialoge und stellenweise sogar die visuelle Aufmachung.
Auf der Ebene der verschiedenen Parteien sowie der Handlungsbögen sind Claremonts X-Men vor allem von anderen Superheldenteams (»Justice League«, »Teen Titans«, »Avengers«, etc.) zu unterscheiden, die meist einen direkten Bezug zu zeitgenössischen gesellschaftlichen Problemen entwickeln. Das zentrale Motiv ist der »genetic discord«, der die reine Existenz der Superhelden bereits zum Problem werden lässt. So sind sie bei den Menschen verhasst, die sie gleichzeitig vor den Horrorvisionen des Schurken Magneto zu befreien versuchen. Magneto, selbst Mutant und Überlebender des Holocaust, wird nicht als supervillain dargestellt, sondern als jemand, dessen Handlungen und Taten einen logisch-begründbaren Ursprung haben. Für die Gesellschaft der ›Normalen‹ hingegen besteht kein Unterschied zwischen Magneto und den X-Men.
Den Erfolg des »erwachsenen Superheldenteams«, das Claremont entwickelt hat, sieht Dath vor allem darin, dass kein direkter, sondern höchstens ein vermittelnder Bezug zur Wirklichkeit besteht. Mit Saussure versucht er zu erklären, dass die wichtigste Eigenschaft des Systems »Uncanny X-Men« nicht der Bezug zu einer irgendwie erfahrbaren Wirklichkeit, sondern vielmehr die Systemhaftigkeit an sich ist. Mit anderen Worten: Der »Auteur« schafft hier ein Universum, das sich entwickelt, dessen Vitalität in der Interaktion verschiedener Charaktere liegt und dessen Bedeutung man erst versteht, wenn man verschiedene Hefte zueinander in Bezug setzt.
  
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