Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Hausmanninger, Thomas: Superman. Eine Comic-Serie und ihr Ethos. (suhrkamp taschenbuch materialien, 2100.) Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1989. (271 S.) 
Added by: joachim (20 Jul 2009 01:33:50 UTC)   Last edited by: joachim (08 Sep 2016 09:32:43 UTC)
Resource type: Book
Languages: deutsch
ID no. (ISBN etc.): 3-518-38600-X
BibTeX citation key: Hausmanninger1989
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Categories: General
Keywords: "Superman", Ethik, Mythos, Superheld, USA
Creators: Hausmanninger
Publisher: Suhrkamp (Frankfurt am Main)
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Abstract
Die Comic-Serie Superman vermag heute die Bilanz ihres 50 Jahre andauernden Erfolgs zu ziehen. Übersetzt in 14 Sprachen, stellt sie einen der allgegenwärtigsten und zugleich am wenigsten beachteten Kulturbestände unseres Jahrhunderts dar. Sie hat einen ganzen Industriezweig – die Comic-book-Industrie – und einen neuen Heldentypus – den Superhelden – begründet. Als genuin amerikanisches, jedoch international verbreitetes Produkt transportiert sie spezifisch westliche Weltvorstellungen und Ethosformen in beinahe alle Kulturen.
Die vorliegende Monographie untersucht erstmals die gesamte Serie aus sozialethischem Blickwinkel: von der Geburt Supermans aus der jugendlichen Allmachtsphantasie ihrer Schöpfer Siegel und Shuster über die weitere Entwicklung des Helden im Zweiten Weltkrieg bis hin zu seiner Neukonzeption durch John Byrne in der Gegenwart. – Unter der Trivialität einer kommerziellen Comic-Serie entdeckt der Autor dabei ein sich geschichtlich wandelndes Ethos, das mit den je aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen interagiert und nicht selten als pointierter Kommentar zu diesen gelesen werden kann. Auf der Basis detaillierter Story-Analysen hält er dem verbreiteten Vorurteil, daß Comics grundsätzlich der Wahrung des Status quo dienen, entgegen, daß deren Teilnahme an der sozialen Kommunikation keineswegs einlinig verläuft, ja daß sie emanzipative Strömungen sogar aufzunehmen und zu fördern vermögen. Das Buch eröffnet so eine neue Runde in der Diskussion um das Medium Comic.

Inhaltsverzeichnis

I. Comics – Das Medium und seine Geschichte
1. Herkunft (7)
a) Vorgeschichte (9)
b) Karikatur und Comics (11)
c) Bildergeschichte und Comics (17)
2. Begriff (23)
a) Definitionsprobleme (24)
b) Publikationsformen (29)
c) Produktionsformen (32)
3. Die Geschichte der Comics in den USA (37)
a) Von den Anfängen bis 1929: »It’s A Funny World!« (37)
b) 1929–1938: »The Adventurous Decade« (41)
c) Nach 1938: Das Zeitalter der Übermenschen (48)
d) Aktuelle Entwicklungen (49)

II. Superman – Strukturen einer Serie
1. Entstehung (55)
a) Die Geburt des Helden (55)
b) Die Binnenstruktur: Der Aufbau der Figur (60)
2. Der thematische Fokus: Gut und Böse (71)
a) Das individuelle Böse (71)
– Der Kampf der Outlaws (71)
– Die Anarchie des Lachens (79)
b) Der Erzfeind Luthor: Die Selbstüberhebung des Menschen (95)
c) Das Böse als alltägliche Erscheinung: Die »soziale Kehre« (115)
– Verbrechen als tragische Verstrickung (116)
– Das Böse als strukturelles Problem (124)
d) Das Böse als politische Größe (137)
– Das Bild des Politikers (138)
– Das Bild der Demokratie (150)
e) Superman heute: Der Held für ein multimediales Publikum (166)
– John Byrnes Rekonzipierung der Serie (167)
– Engagement und Ästhetik in der ungefügigen Realität (178)
3. Ethos als geschichtliche Größe (201)

III. Die Superman-Serie in der Gesellschaft
1. Devianzvorwürfe (214)
2. Die Superman-Serie als Mittel der sozialen Kommunikation (217)
3. Die Superman-Serie als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungen (219)
4. Vom Umgang mit Comics (225)

Anmerkungen (232)
Abbildungsnachweis (259)
Bibliographie (262)


  
Quotes
p.231   »Das Medium Comic und sein gesellschaftlicher Stellenwert bedürfen eines neuen, aufgeschlosseneren Bedenkens, das an die Stelle der Entlarvungspädagogik der 70er, erst recht aber an die legalistischer Lösungsversuche der 50er, die vorurteilsfreie Beschäftigung mit der Sache selbst setzt. Zu fragen ist nicht, wie Comics zu bekämpfen, auch nicht, wie sie pädagogisch zu nützen seien. Zu fragen ist zunächst, was Comics schon tun. Wenn sich dann, wie bei der Superman-Serie, zeigt, daß sie Teil des gesellschaftlichen Diskurses sind, so wird eine Medienethik darauf insistieren, daß der Diskurs offengehalten wird. Sie wird eine potentielle Teilnahme aller Mitglieder der Diskursgemeinschaft daran fordern und weniger Kasuistik betreiben, denn eine Beförderung demokratischer Kompetenz anstreben.«   Added by: joachim
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