Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Nonnenmacher, Hartmut: "Autoreferentialität und narrative Metalepsen im französischen und spanischen Comic." In: Frank Leinen und Guido Rings (Hrsg.): Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst. München: Meidenbauer, 2007, S. 265–285. 
Added by: joachim (20 Jul 2009 01:33:55 UTC)   Last edited by: joachim (12 Nov 2009 16:02:47 UTC)
Resource type: Book Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Nonnenmacher2007a
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Categories: General
Keywords: Frankreich, Metaisierung, Narratologie, Spanien
Creators: Leinen, Nonnenmacher, Rings
Publisher: Meidenbauer (München)
Collection: Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst
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Abstract
Es fällt auf, daß Schriftsteller (z.B. in Quelques mois à l'Amélie von Denis oder in Roco Vargas von Torres) und Maler (z.B. in Cité Lumière von Benoit oder in Cahiers d'Orient von Ferrandez) sehr viel häufiger als Figuren in Comics auftreten als Comiczeichner selbst. Letzteres ist jedoch zumindest der Fall in Le réseau Madou von Goffin/Rivière, wo ein Comic-Zeichner und ein Comic-begeisterter Junge als Figuren auftreten, sowie v.a. in L'affaire belge des Belgiers Sokal und in den autobiographischen Alben des spanischen Zeichners Carlos Giménez (v.a. Los profesionales), wo sogar explizit die Beschreibung der Lebens- und Arbeitsweise von Comiczeichnern und der Mechanismen des Comic-Betriebs in Brüssel bzw. in Barcelona im Mittelpunkt steht.
Fast zwangsläufig mündet die Darstellung von Comiczeichnern als Figuren auch in eine direkte oder indirekte Thematisierung des Aktes der Comic-Produktion selbst. Beispiele für eine solche sozusagen formale Autoreferentialität des Mediums finden sich nicht nur in den oben genannten drei Werken, sondern punktuell auch bei anderen Comic-Autoren. Fast alle diese Beispiele lassen sich mit Genette auf den Begriff der Metalepse bringen, d.h. es liegen Vermischungen verschiedener Erzählebenen oder Erzählerstimmen vor. So können extradiegetische und diegetische Erzählebene überlappen, was zum bildlichen Nebeneinander von Autor und Figur führt (z.B. in El manantial de la noche von Prado oder an verschiedenen Stellen bei Gotlib sowie in Spiegelmans Maus), auch der Zusammenfall von diegetischem und metadiegetischem Niveau (z.B. in À la recherche de Sir Malcolm von Fl'och/Rivière) sowie die Verschmelzung der extradiegetischen Erzählstimme mit dem diegetischen Ich-Erzähler als Figur (in Capitán Patapalo von Abulí/Rossi) kommen vor.
Es soll ein Überblick über die genannten Formen inhaltlicher und formaler Autoreferentialität des Mediums Comic gegeben und dabei auch untersucht werden, inwiefern v.a. die narrativen Metalepsen auf Techniken beruhen, die spezifisch für das Comic und deshalb in Erzählliteratur und Film nicht anwendbar sind.
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