Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung
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Leinen, Frank: "Spurensuche im Labyrinth. Marc-Antoine Mathieus Bandes dessinées zu Julius Corentin Acquefacques als experimentelle Metafiktion." In: Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst. Hrsg. v. Frank Leinen und Guido Rings. München: Meidenbauer, 2007, S. 229–263. 
Resource type: Book Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Leinen2007a
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Categories: General
Keywords: "Julius Corentin Acquefacques", Frankreich, Mathieu. Marc-Antoine, Metaisierung
Creators: Leinen, Rings
Publisher: Meidenbauer (München)
Collection: Bilderwelten – Textwelten – Comicwelten. Romanistische Begegnungen mit der Neunten Kunst
Abstract
Seit 1991 machte Marc Antoine Mathieu die erträumten, traumhaften, aber auch traumatischen Erlebnisse seines Protagonisten Julius Corentin Acquefacques zum Thema seiner bislang fünf Bände über den »prisonnier des rêves«. Da in Traumwelten die Grenze zwischen Möglichem und Unmöglichem aufgehoben wird, experimentiert Mathieu in diesen Büchern mit den Normen und Codes des Genres. Durch das Paradox einer Aufhebung und analogen Bestätigung von Oppositionen, Spiegelungen, durch durchbrochene Bildfelder, spiralförmige Strukturen, Mischungen von Bild und Photo sowie unerwartete optische Effekte tut sich ein beunruhigendes, zugleich aber durch die Poesie des Undenkbaren reizvolles Universum ohne Fluchtpunkte auf. In ihm werden die graphischen ebenso wie die narrativen Codes des Mediums »Bande dessinée« permanent relativiert und konterkariert. Zugleich offenbart sich durch zahlreiche Anspielungen der bibliothekhafte und labyrinthische Charakter des imaginierten Universums, das sich aus unendlich ineinander verschachtelten Texten und Bildern zusammensetzt.
Wie der systematisch desorientierte Leser, so entdeckt auch dessen alter ego Acquefacques – das phonetische Palindrom ist für sich genommen bereits sehr aussagekräftig – die totalisierenden Zwänge, denen seine Existenz unterliegt. Diese werden aber zugleich träumend aufgelöst, um im Sinne einer »mise en abyme« sogleich neuen Unwägbarkeiten Raum zu geben. Mathieus »Bandes dessinées« erscheinen aufgrund dieses Arrangements als Sinnbilder der postmodernen Befindlichkeit des Menschen.
Detailanalysen sollen zu erkennen geben, wie jedes Album der Serie auf seine Weise Spezifika der »Bande dessinée« metafiktional umspielt und hierbei neue Perspektiven schafft. Mathieus Bände »L'origine«, »La Qu...«, »Le Processus«, »Le Début de la fin« sowie »La 2,333e dimension« erweisen sich hierbei als »livres-objets«, welche die von ihnen vermittelte Weltsicht nicht nur narrativ und graphisch, sondern auch im Raum materialisiert widerspiegeln. Ein weiteres Anliegen des Vortrag besteht darin zu illustrieren, von welch großer philosophischer Aktualität die von Mathieu inszenierten Denkanstöße sind.
  
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