Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Palandt, Ralf: "(Ohn-)Macht und Hakenkreuz. Comics im Schatten der Zensur." In: Struktur und Geschichte der Comics. Beiträge zur Comicforschung. Hrsg. v. Dietrich Grünewald. Bochum: Ch.A. Bachmann, 2010, S. 219–255. 
Resource type: Book Article
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Palandt2010
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Categories: General
Keywords: Kulturpolitik, Nationalsozialismus, Propaganda
Creators: Grünewald, Palandt
Publisher: Ch.A. Bachmann (Bochum)
Collection: Struktur und Geschichte der Comics. Beiträge zur Comicforschung
Abstract
Im Juli 1995 stürmten Polizisten den Alpha Comic Verlag. Unter den auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Meiningen beschlagnahmten Sachen befanden sich das „Maus“-Ausstellungsplakat des Comic-Salons Erlangen und die Comic-Bände „Schrei nach Leben“. Plakat und Comics wurden als „nationalsozialistisch“ eingestuft und führten zur Anzeige. Art Spiegelman, Sohn eines Überlebenden des KZ Auschwitz, hatte für seinen Holocaust-Comic „Maus“ zuvor u.a. den Pulitzerpreis erhalten. Die Holocaust-Comic-Bände „Schrei nach Leben“, nominiert für den Gustav-Heinemann-Friedenspreis, waren zuvor von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen an Jugendliche verteilt worden.
Seit den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte sind über 60 Jahre vergangen. Wie gehen wir heute mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust um? Als Erbe ist uns einerseits eine Verantwortung und Sensibilität auferlegt, die andererseits einen aufgeklärten und kritischen Zu- und Umgang nicht verhindern darf, sofern die Vergangenheit im Rahmen der öffentlichen Meinungsbildung konstruktiv verarbeitet werden soll. Dabei leisten Medien, auch Comics, ihren Beitrag, in dem sie thematisieren, erinnern und mahnen. Dies passiert auf vielfältige Art und Weise und kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die Grenzen dafür steckt Artikel 5 des Grundgesetzes ab. Laut Absatz 1 findet eine Zensur nicht statt. Trotzdem wird sie praktiziert, denn Absatz 2 schränkt die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit ein.
Im Vortrag illustrieren Beispiele die langjährige Zensur-Praxis im Bezug auf Comics mit den Themen Nationalsozialismus (und der visuellen Entsprechung im Hakenkreuz) und Holocaust. Macht diese Form der Zensur im internationalen und intermedialen Vergleich Sinn? Was sehen wir, selbst wenn es nicht abgebildet wird? Ziel ist es, zum Nachdenken anzuregen und sich der vorhandenen (Selbst-)Zensur bewusst zu werden.
  
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