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Schmidt, Claudia: Die genderspezifische Darstellung historischer Schwertkämpfer im Medium Manga. Eine Analyse anhand der Gegenüberstellung der Werke Vagabond und Kaze hikaru. Mag.phil. (Magisterarbeit), Universität Wien, Japanologie 2009 (160 S.). 
Added by: joachim (19 Aug 2011 00:29:17 UTC)   
Resource type: Thesis/Dissertation
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Schmidt2009
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Categories: General
Keywords: "Kaze hikaru", "Vagabond", Gender, Historische Themen, Inoue. Takehiko, Japan, Manga, Watanabe. Taeko
Creators: Schmidt
Publisher: Universität Wien (Wien)
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Abstract
Das Thema Samurai ist in den japanischen Massenmedien, wie auch im Medium Manga, lange Zeit als auf eine männliche Zielgruppe ausgerichtet gewesen, wobei im letzten Jahrzehnt eine Tendenz zu einer Ausrichtung des Genres auf eine weibliche Zielgruppe zu erkennen ist. Aus diesem Grund fokussiert die vorliegende Arbeit auf das Herausarbeiten der Unterschiede der Darstellung von historischen Samurai für eine weibliche und eine männliche Zielgruppe im Bezug zu der Abweichung oder Überzeichnung historischer Fakten, sowie die Herleitung der möglichen Ursachen für diese Differenzen. Dies geschieht anhand eines Vergleiches der Adaption von Okita Sōji aus Watanabe Taekos Manga Kaze hikaru für ein junges, weibliches Publikum und der an eine männliche Leserschaft ausgerichtete Darstellung von Miyamoto Musashi aus Inoue Takehikos Werk Vagabond. Im Zuge dieses Vergleiches anhand der Methode der Manga- und Charakter-Analyse aus Analyse aus dem Werk Manga genron des Manga-Forschers Yomota Inuhiko, sowie der Schlagworte zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Kämpferdasein nd innerhalb dieser der Aspekt der inneren Konflikte und Problemlösungen, ist eine Reihe von Auffälligkeiten ersichtlich geworden.
Watanabes Okita wird auch im Rahmen eines Samurai-Genres angepasst an klassische Manga-Genres für eine weibliche Leserschaft inszeniert, was bedeutet, dass vor allem ein sozialer Kontext, aber auch der romantische Aspekt im Vordergrund stehen, die an Schulcampusgeschichten erinnern, wohingegen in der Konzeption von Miyamoto das Schaffen des Selbsts von zentraler Bedeutung ist, was vor allem anhand von actionreichen Sequenzen gezeichnet wird. Die beiden Samurai stellen ein jeweils unterschiedliches Ideal von Männlichkeit dar, wobei Okita an die durch die japanische Idol-Kultur, welche ein durch den weiblichen Geschmack geprägtes, neues Bild männlicher Ästhetik präsentiert, geprägt ist. Miyamotos kriegerische Maskulinität hebt sich von diesem Bild ab, was als Gegenstrom zu diesen Entwicklungen deuten ist.
Die Tatsache, dass Miyamotos Kriegerwallfahrt und sein Einzelgängerstatus dennoch mit philosophischem Tiefgang und vor allem kritisch betrachtet werden, ist als Reaktion auf die stetig wachsenden Anforderungen an den Mann in Beruf und Alltag, im Sinne einer Art Eskapismus, zu deuten. Demgegenüber spiegelt die überzeichnete Betonung von Okitas Loyalität, sowie seine Unsicherheiten in seiner Beziehung zu seinem fiktiven Schützling (ein als Junge verkleidetes Mädchen) die im Zuge des Wandels des männlichen Geschlechts entstehenden Unsicherheiten der Frauen, bezüglich der gegenwärtig verändernden Konstrukte der Beziehung zwischen Mann und Frau wieder. Zusammenfassend betrachtet scheint das Thema der Samurai im Manga angepasst an den gegenwärtigen Geschmack der Leser alternative Wirklichkeiten zu schaffen, die den Lesern eine kurzzeitige und unterhaltsame Möglichkeit zur Kompensation von Einschränkungen im sozialen Alltag schafft.

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis (9)

1. Einleitung (11)
1.1. Fragestellung und Hypothese (11)
1.2. Forschungsstand (13)
1.3. Methode (15)

2. Zielgruppen- und genrebezogene Einteilung (24)
2.1. Definition zielgruppenspezifischer Manga (24)
2.2. Überblick über jidaigeki-manga (25)

3. Auswahl und strukturelle Analyse (30)
3.1. Auswahl der Manga (30)
3.2. Erzählstrukturen (32)
3.2.1. Einführung in Kaze hikaru (32)
3.2.2. Einführung in Vagabond (34)
3.3. Strukturelle und zeichnerische Gestaltung (37)
3.3.1. Der erste Eindruck (38)
3.3.2. Zeichenstrukturen (42)
3.4. Ergebnisse der strukturellen Analyse (45)

4. Okita Sōji als Vertreter eines Charakters für eine weibliche Zielgruppe (47)
4.1. Der geschichtliche Okita Sōji (47)
4.2. Charakter-Analyse Okitas in Kaze hikaru (51)
4.2.1. Okitas Charakter-Code (51)
4.2.2. Okita in seinem sozialen Umfeld (53)
4.2.3. Kriegerdasein - Okitas bushidō (58)
4.2.4. Liebe – Okitas Beschützerrolle (62)
4.2.5. Liebe – Kaze ni naritai (»Ich möchte zum Wind werden«) (72)
4.3. Gegenüberstellung der historischen Person und der Manga-Adaption I (73)

5. Miyamoto Musashi als Vertreter eines Charakters für eine männliche Zielgruppe (76)
5.1. Der geschichtliche Miyamoto Musashi und Legenden (76)
5.2. Charakter-Analyse Miyamotos in Vagabond (82)
5.2.1 Charakter-Code (82)
5.2.2. Miyamotos soziales Umfeld (84)
5.2.3. Kriegerdasein – Auf Kriegerwallfahrt (89)
5.2.4. Kriegerdasein – Der innere Kampf (96)
5.2.5. Liebe – Miyamotos Beziehung zur Liebe (101)
5.2.6. Kriegerdasein – Die Rolle des Gegners (104)
5.3. Gegenüberstellung der historischen Person und der Manga-Adaption II (105)

6. Gegenüberstellung der beiden Darstellungen (108)
6.1. Allgemeine Darstellung (109)
6.2. Vergleich der Charaktere im sozialen Kontext (110)
6.3. Problembewältigung und innere Konflikte im Vergleich (116)
6.4. Vergleich der Rollen als Schwertkämpfer (119)
6.5. Sexualität und Liebe (123)
6.6. Gegenüberstellung im geschichtlichen Kontext (125)

7. Zielgruppenbedingte und gesellschaftliche Hintergründe für Abweichungen oder Überzeichnungen von geschichtlichen Fakten (128)
7.1. Identifikationsebenen (128)
7.2. Körperliche Stärke und Schönheit (132)
7.3. Moral und Ethik (134)
7.4. Das Paradox der Beschützerrolle (136)
7.5. Auswege aus der Gesellschaft (139)
7.6. Zusammenfassende Betrachtung (141)

8. Schlussbetrachtung (143)

Literaturverzeichnis (149)
Verzeichnis der Primärliteratur für die Analyse (157)
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