Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Schmiedel, Constanze: Der hikikomori als (Anti-)Held im gegenwärtigen japanischen Kulturdiskurs. Analysen in vier Genres – Manga, Light Novel, Film und Rockmusik. M.A. (Magisterarbeit), Goethe-Universität Frankfurt a.M. Japanologie 2008 (108 S.). 
Added by: joachim (11 Nov 2011 00:47:08 UTC)   Last edited by: joachim (11 Nov 2011 00:54:07 UTC)
Resource type: Thesis/Dissertation
Languages: deutsch
BibTeX citation key: Schmiedel2008a
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Categories: General
Keywords: "Love Laughs at Locksmith", Intermedialität, Japan, Literatur, Manga, Oku. Hiroya, Subkultur
Creators: Schmiedel
Publisher: Goethe-Universität Frankfurt a.M. (Frankfurt a.M.)
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Abstract
Saitô Tamaki, ein Psychologe, dessen Spezialgebiet Erkrankungen in der Jugendphase sind, gab 1998 dem aus konservativer Sicht unangepassten Verhalten junger Leute den neuen Namen »Hikikomori«, was soviel wie »sich zurückziehen« oder »einsam und zurückgezogen zu Hause hocken« bedeutet. Da sie niemanden sehen und von niemandem gesehen werden wollen, scheinen Hikikomori ein ereignisloses und im wahrsten Sinne verschlossenes Leben zu führen. Besonderes Medieninteresse erlangten jedoch zwei gewalttätige Vorfälle im Januar und Mai 2000, deren Täter beide Male als sog. Hikikomori deklariert wurden: die Rettung einer heute 27jährigen aus ihrer zehn Jahre dauernden Gefangenschaft, die sie seit ihrem neunten Lebensjahr im Zimmer ihres Entführers in Niigata verbringen musste, und eine Busentführung in Hiroshima, bei der ein 17jähriger einen Bus 19 Stunden in seiner Gewalt hatte und eine Reisende tötete, bevor er überwältigt werden konnte. Doch gibt es bereits erste Anzeichen eines Abrückens vom Image des »gelähmten Soziophoben«, der »eine Gefahr für die gesellschaftliche Stabilität« darstellt. Seit geraumer Zeit nehmen sich auch japanische Künstler, Schriftsteller, Mangaka, Filmregisseure und Musiker, dieses neuen Trends an und versuchen, durch ihre von dem vorherrschenden negativen Bild der Hikikomori im konservativen Kulturdiskurs abweichenden künstlerischen Aufarbeitungen einen Lifestyle zu etablieren, der durchaus attraktiv für japanische und auch für nicht japanische Jugendliche erscheint.
Die vorliegende Arbeit macht sich daher nicht zum Ziel, eine psychologisch-medizinische oder soziologische Studie der Hikikomori vorzulegen, sondern strebt vielmehr eine Analyse des Umgangs zeitgenössischer japanischer Künstler mit dem Thema an. Dabei wurde aus kulturwissenschaftlicher Perspektive beobachtend-interpretierend ein Blick auf Hikikomori im japanischen Kulturdiskurs geworfen und die daraus entstandene Wirkungsmacht auf die Kunst- und Medienwelt beleuchtet. Dafür wurde jeweils ein repräsentatives Werk mit Hikikomori-Bezug aus den Medien Manga (»Meteru no kimochi – Love laughs at Locksmith« von Oku Hiroya), Light Novel (»N.H.K. ni yôkoso« von Takimoto Tatsuhiko; ein veritables Beispiel für »Hikikomori-Literatur«), Film (»Ao no tô« von Sakaguchi Katsumi) und Rockmusik (»Kûkyo no heya« von Mucc) ausgewählt. Für diese Analyse der medialen Präsenz des Hikikomori wurden die genannten vier »Hikikomori-Erzählungen« parallel gesichtet, um übergreifende Gemeinsamkeiten in der Darstellung der Medienfigur Hikikomori zu verdeutlichen. Abbildungen von Materialien zum Film, von Platten-Covern und aus Manga ergänzen die Ausführungen.
Added by: joachim  Last edited by: joachim
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