Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung

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Köhnen, Ralph: Das optische Wissen. Mediologische Studien zu einer Geschichte des Sehens. München: Fink, 2009. (603 S.) 
Added by: joachim (03 Oct 2013 11:37:50 UTC)   
Resource type: Book
Languages: deutsch
ID no. (ISBN etc.): 978-3-7705-4672-5
BibTeX citation key: Khnen2009
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Categories: General
Keywords: Grundlagen, Intermedialität, Randformen des Comics, Visuelle Kultur
Creators: Köhnen
Publisher: Fink (München)
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Abstract
Das Auge ist kein passives Organ, worauf die Welt nur ihre Abdrücke prägen würde. Vielmehr ist der Sehprozess als poiesiszu beschreiben, als Tätigkeit im weitesten Sinne, die sich unter bestimmten kulturellen Bedingungen und historisch wandelbaren Voraussetzungen vollzieht. Insofern ist das Auge auch wohl nicht ›unschuldig‹ (obwohl dies immer wieder als ästhetische Forderung auftaucht), es operiert in einem Netzwerk von Diskursfeldern, zu denen vor allem Medizin, Medien, Malerei und Literatur zählen.

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG: POETOLOGIEN DES SEHENS (11)
Was Medien wissen: Medienanalytische Perspektiven (15)
Medienhistoriografie: Der kritische Selbstblick (23)
Warum Mediologie? (31)
Mediologie als Anthropologie (33)
(Medien-)Anthropologie des Bildes (37)

1. ELEMENTE/STRAHLEN: DAS OPTISCHE WISSEN IN ANTIKE UND MITTELALTER (47)
Sende- und Empfangstheorien (48)
Das geometrische Denken (52)
Orientalisches Mittelalter (54)
Optische Geräte und Anatomie der Netzhaut (58)
Das innere Auge und die Allsicht Gottes (Hildegard von Bingen) (65)
Vorstellungskraft und Täuschung (Cusanus, della Mirandola) (69)

2. DIE LEISTUNG DES AUGES IN DER LANDSCHAFT: PETRARCA (74)
Historische Polien (75)
Petrarcas Stupor (76)
Autonomie der Landschaftserfahrung (80)
Der künstliche Petrarca – dichterische Selbstreferenzen (82)
Einstellungswechsel: Landschaftsblicke als physiologische Leistung (87

3. MACHINATIONEN DES AUGES: MALINSTRUMENTE, ZENTRALPERSPEKTIVE UND PHYSIOLOGIE IN DER RENAISSANCE (91)
Der Weg zur Zentralperspektive: Experimente (91)
Konzepte der Ophthalmologen: Von Leonardo bis Kepler (104)

4. AUTONOME FARBE – MEDIUM DER LANDSCHAFT (112)
Perfekte Geometrie – Pietro Perugino (113)
Albrecht Dürers Selbstbildnis (115)
Autonomisierung der Farbe: Giorgiones Drei Philosophen (117)

5. RAUMBEGRIFFE IN DER LITERATUR: FRÜHE NEUZEIT (129)
Sebastian Brant und der Buchdruck: Blicke auf und in das neue Medium (130)
Fortunatus als Flugreisender (135)
Der kosmografische Blick: Faust als Aeronaut (138)
Neue Fernhorizonte in Literatur und Malerei (142)

6. DIE LANGE GEBURT EINES MEDIUMS: GALILEIS FERNROHR (146)
Amplifiziertes Sehen und Erkenntnis (147)
Der umgekehrte Blick: relative Welten (152)
Erweiterte Erkenntnis als Negativ des Wissens (155)
Der beschleunigte Blick (157)
Ästhetische Wissenschaft (158)
Konsequenzen – zwischen Plenismus und Vacuismus (163)

7. BLICKTECHNIKEN IM BAROCKROMAN (168)
Kunstmedien des 17. Jahrhunderts (169)
Strategien des Sehens in Grimmelshausens Simplicissimus (174)
Überraschende Fernblicke: Herzog Anton Ulrichs Aramena (185)

8. AUGENAPPARATE, FARBSYSTEME: DESCARTES UND NEWTON (193)
Descartes: Der Mensch als Sehmaschine (193)
Das physikalische Seitenstück: Newtons Opticks (202)

9. AUFKLÄRERISCHE SEHTECHNIKEN: HALLER, BROCKES UND DIE MANNIGFACHEN AUGENPUNKTE (213)
Noch ein Berggang: Albrecht von Haller (213)
Der jubilatorische Geräteblick: Brockes (221)
Brockes und die Mikroskopkultur (226)
Poetische Physiologie (231)
Physikotheologie – eine Rhetorik des Visuellen (235)

10. VON DER MASCHINE ZUM NERVENWESEN. PHYSIOLOGIE, KÜNSTE, PHILOSOPHIE (247)
Direkte Didaktik, Reizlehren, indirekte Didaktik (248)
Reize als Signale der Erkenntnis (258)
Der Abschied vom analogen Sehmodell: Elektro-Ästhetik und Telegrafie (262)

11. DAS PANORAMA: RAUMKONSTRUKTIONEN IN KUNST UND LITERATUR (268)
Karl Philipp Moritz: Vorbereitungen des Panoramas und das Schöne (269)
Goethes Interesse an Italien (273)
Schiller: Das ›Späheraug‹ des Dichters (276)
Das Panorama als patentiertes Kunstmedium (278)
Die Montgolfière (280)
Die Teleperspektive Jean Pauls (282)
Stifters Studien und das panoramische Wissen (287)
Blicke von militärischem Rang: Kleist/Napoleon (292)
Das große Ganze und die Textvernetzung der Details (297)
Das Panorama als Wahrnehmungsdispositiv des 19. Jahrhunderts (303)

12. MAGISCHE MEDIEN/1800. ILLUSIONSSPIELE DER LITERATUR (309)
Schiller lässt Geister sehen (311)
E.T.A. Hoffmann, Halluzinateur des Optischen (315)
Magie der Zeichen und der Medien (324)
Magische Gläser und Erkenntniskonstruktionen (328)

13. GOETHES FARBENLEHRE UND IHRE REZEPTIONEN: NATURRELIGION UND PHYSIOLOGIE (334)
Der subjektive Zugang als Gegenprogramm zu Newton (334)
Physiologische Beobachtungen (344)
Das Lichtwesen als natura naturans (346)
Rezeptionen: Die Physiologie Purkinjes und Johannes Müllers (349)

14. HELMHOLTZ’ PHYSIOLOGIE UND DIE KÜNSTE: EINE ZEICHENLEHRE DER WAHRHNEHMUNG (357)
Eigengesetze der Wahrnehmung (358)
Empirische Psychologie und Augenmaschinen (363)
Arbiträre Sinneszeichen und die Kunstpraxis (369)
Die doppelte wissenschaftliche Optik (371)

15. MEDIENKONKURRENZ: FOTOGRAFIE UND LITERATUR (374)
Das chemische Zeitalter (375)
Kunsttechniken von Licht und Schatten (377)
Kritik der Reproduktion (380)
Keller: Fotostrategien im Grünen Heinrich (386)
Stifter: Wissensordnungen und schöner Reiz im Nachsommer (395)
Fotografische Tendenzen des Naturalismus (404)
Fantastik und Ästhetik der Fotografie (410)

16. PSYCHOPHYSIK/1900. ELEMENTE DER WAHRNEHMUNG UND DAS NEUE SEHEN IN DEN KÜNSTEN (417)
Ramón y Cajal: Die Nervenzellen als Individuen (417)
Wahrnehmungsprozesse: Ernst Machs Psychophysik (420)
Elementenanalyse als diskursive Praxis (425)
Elemente und Synthesen: Paul Cezanne (429)
Divisionismus: Georges Seurats kühle Faktur (434)
Synthetismus der Elemente: Wassily Kandinsky (437)
Rilkes Cezanne-Lektüren: Der Blick auf das Material (441)
Elemente, der Zufall und die Konstellationen (446)

17. DYNAMIK ALS KUNSTWOLLEN: FILM UND LITERATUR (451)
Akzelerationen des Lebens (451)
Trickmedien (454)
Serienfotografie: Muybridge und Rodin (455)
Anfänge des Kinos: Steigerungen der literarischen Imagination (460)
Beschleunigte Wahrnehmung und Illusionsbildung (467)
Filmprogrammatik im Spiegel der Medienkritik (469)
Film und (soziale) Konstruktion: Engagement und Kommerz (473)
Kriegskino (477)
Filmisches Sehen und literarische Technik (484)

18. DIE REDE DER OPHTHALMOLOGIE UND DIE PRAXIS DER OPTICAL ART (486)
Sehen als Konstruktion: Gegenwärtige Aspekte der Ophthalmologie (487)
Kreative Wahrnehmung: Optische Täuschungen (497)
Optical Art: Moiré-Effekte und Verzerrungen (503)
Dynamische Kommunikation: Gutenberg-Vasarely und Josef Albers (506)
Optisches Wissen und Alltagsdesign – die zweite Avantgarde (509)

19. GEHEIMNISVOLLE INSTANZ. OPTIK DER DIGITALEN SCHRIFT (513)
Optik der Datenverarbeitung: Nietzsches Schreibmaschine als Interface (513)
Netzliteratur. Leben am pool (516)
Das Projekt Null (517)
Rainald Goetz: Abfall für alle und Klage (520)
Digitale Literatur (526)
Erzählte Netzräume und panoramatisches Sehen (529)

20. SEMIOSEN ZWISCHEN WORT UND BILD. HEINER MÜLLERS DRAMENPOETIK (534)
Zwischen Parusie und Semiose: Botho Strauß und Peter Handke (534)
Heiner Müller: Bild und Sprache im theatralen Modus (536)
Bildbeschreibung: Eine Übermalung als Szenografie (538)
Wolokolamsker Chaussee IV/V und Zeichnungen von A.R. Penck (543)
Robert Wilson und Heiner Müller/Theaterlabor und Gesamtkunstwerk (548)

AUSBLICKE: KONSTRUKTIVISMUS/MEDIENANTHROPOLOGIE (555)

LITERATUR- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS (567)


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